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Haus für Journalismus und Öffentlichkeit

Fragen an die Residents: Vertical 52

In jeder Ausgabe unseres Newsletters stellen wir eine Organisation vor, die im Publix-Haus arbeitet. Diesmal: Marcus Pfeil, Co-Founder und Geschäftsführer von Vertical52.

Worin besteht der Kern Eurer Arbeit?

Wir liefern Verlagen, Broadcastern und NGOs Recherchen und Themen aus dem All. Und wir helfen dabei, die zu verstehen, zu analysieren, zu visualisieren und damit erfolgreiche Geschichten zu erzählen.

Was ist das Ziel Eures Engagements?

Wir möchten Satellitenjournalismus als neue Disziplin der investigativen Recherche etablieren.

Worauf liegt im Moment Euer Fokus?

Wir beschäftigen uns gerade vor allem mit dem Massaker in Al-Fasher, der Zerstörung Gazas und der Erkennung von Methan-Leaks.

Was war Euer größter Erfolg der vergangenen Monate?

Wir haben es geschafft, Glyphosat aus dem All zu erkennen, und wir waren Teil der globalen Recherche zu den Russian Secrets.

Was bereitet Euch Kopfschmerzen?

Zum einen: die Abhängigkeit der Satellitenbetreiber von den Verteidigungsbudgets und damit ein zunehmender politischer Druck, Bilder zu zensieren. Zum anderen: die Zunahme von Fake-Bildern aus dem All.

Was ist Euer Beitrag zu einer pluralen Medienlandschaft?

Wir versuchen unser Angebot über ein Non-Profit-Abo auch Exil- und Lokalmedien oder auch Freelancern zugänglich zu machen, damit jeder aus dem All recherchieren kann. Gerade haben wir mit dem JX Fund eine neue Kooperation vereinbart: einen Space & Data-Helpdesk für Exilmedien.

Welches publizistische Projekt hat Euch zuletzt am meisten beeindruckt?

Das Projekt Green to grey. Gemeinsam haben 41 Journalist:innen und Wissenschaftler:innen aus 11 Ländern das Ausmaß des Verlusts an Natur und Ackerland in Europa recherchiert. Das Rechercheteam schreibt, dass Europa jedes Jahr 1.500 Quadratkilometer durch Bebauung verliert. Das entspreche ganzen 600 Fußballfeldern am Tag.

Wer oder was hat unbedingt mehr Aufmerksamkeit verdient?

Die Arbeit von Exil-Medien – in den allermeisten Fällen unter Extrembedingungen.

Was ist die beste Lektüre zur aktuellen Lage?

Von oben? Stories from Space. Unser Newsletter mit den besten Recherchen aus dem All.

Was sollte man jetzt anhören oder ansehen?

Zwar etwas spät zur Party, aber bei dem Wetter schaue ich gerade Yellowstone chronologisch, von 1883 bis heute.


Fotocredit: privat

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