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Haus für Journalismus und Öffentlichkeit

Fragen an die Residents: Media Forward Fund

In jeder Newsletter-Ausgabe sprechen wir mit Publix-Residents über ihre Arbeit und aktuelle medienpolitische Themen. Diesmal: Jascha Galaski vom Media Forward Fund.

Was macht ihr, und was macht ihr anders als andere?

Wir sind eine philanthropische Kollaboration: Rund 20 Stiftungen legen ihr Geld in einen gemeinsamen Fonds. Daraus fördern wir gemeinwohlorientierten Journalismus im DACH-Raum, über offene Ausschreibungen. Unser Fokus liegt auf tragfähigen Geschäftsmodellen: Wir wollen, dass Medienorganisationen langfristig auf eigenen Beinen stehen. Dafür begleiten wir sie sehr eng bei der Umsetzung ihrer Projekte.

Woran arbeitest du?

Ich bin seit anderthalb Jahren Teil des Förderteams. Da kümmern wir uns um die Ausschreibungen und den Auswahlprozess für die Förderprogramme und begleiten unsere Partner:innen während der Förderphase.

Eure Programme nennt ihr Förderlinien. Man kann sich für einen “Launch Grant” oder einen "Growth Grant” bewerben. Was ist das?

Wir achten generell auf hohe journalistische Qualität, redaktionelle Unabhängigkeit und ein tragfähiges Geschäftsmodell. Mit einem “Launch Grant” unterstützen wir Organisationen dabei, ihr Vorhaben auf den Markt zu bringen. Im September haben wir unsere erste regionale Förderlinie in der Schweizer Romandie ausgeschrieben: Mit bis zu 125.000 CHF können sie innerhalb eines Jahres ihre Idee in den Markt bringen und einen “Proof of Concept” sowie “Product-Market-Fit" erreichen. Das heißt: Das Vorhaben existiert und es gibt einen Markt dafür, etwa Abonnent:innen, die bereits zahlen. Ein “Growth Grant” richtet sich an Organisationen, die bereits ein gelungenes Produkt haben und ihr Geschäftsmodell skalieren wollen. Er läuft über zwei Jahre und umfasst bis zu 400.000 Euro. Wir wollen sichtbar machen, was funktioniert, damit andere Organisationen davon lernen können. Außerdem haben wir im September zum ersten Mal “Strategy Grants” ausgeschrieben.

Wie läuft eine Bewerbung bei euch ab?

Die Bewerbung läuft in mehreren Stufen ab. Zuerst reichen die Organisationen ein Kurzintro ein. Mit ausgewählten Organisationen führen wir anschließend ein Erstgespräch, danach folgt der ausführliche Antrag. Im nächsten Schritt prüfen wir die Organisationen im Rahmen einer “Due Diligence” genauer. Am Ende pitchen die Organisationen vor unserer Jury, die unabhängig von den Geldgeber:innen entscheidet.

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Nach der Zusage kann das Projekt starten. Wir beginnen mit einem “Onboarding”. Danach setzt die Organisation ihr Vorhaben anhand der Meilensteine um, die sie in ihrem Antrag festgelegt hat. Bei einem “Growth Grant” läuft das über zwei Jahre, bei einem “Launch Grant” über ein Jahr. In dieser Zeit schauen wir gemeinsam auf den Fortschritt.

Was brauchen die Medien am dringendsten?

Die Finanzierung ist wichtig, die Begleitung genauso. Deshalb bieten wir neben der Förderung ein “Upskilling”-Programm mit verschiedenen Formaten an, zum Beispiel “Deep Dives” und “Learning Visits”. Dazu kommen regelmäßige “Check-ins”, in denen wir gemeinsam auf die Meilensteine schauen und bei Bedarf Coaches oder passende Organisationen vermitteln.

Was beobachtest du mit Sorge?

Beim Thema KI beobachte ich, wie schnell sich gerade alles entwickelt und wie sehr wir uns alle erst darauf einstellen müssen. In den Bewerbungen taucht KI immer häufiger auf, bisher vor allem im operativen Betrieb, zum Beispiel beim Sammeln von Daten, bei Übersetzungen oder im Korrektorat. Für die journalistische Arbeit selbst wird sie bisher seltener genannt. Einige der Projekte, die wir fördern, arbeiten aber bereits damit.

Welches publizistische Projekt hat dich zuletzt beeindruckt?

Die Palantir-Recherche des WAV-Kollektivs aus der Schweiz: Sie nehmen sich Palantir vor und werden dafür von Palantir verklagt. Das ist ein starkes Team, das super Arbeit macht.

Wo kann man eure Arbeit weiterverfolgen?

Man findet uns auf LinkedIn und auf unserer Website, und man kann unseren Newsletter abonnieren. Wir sind außerdem viel auf Konferenzen und veranstalten eigene Events. Der nächste große Termin ist der “Deep Dive” in Zürich Anfang November. Im Januar entscheidet dann die Jury über die laufende Förderrunde.

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Tav Klitgaard ist CEO von Zetland. Die dänische Newsplattform gilt als Vorreiter für digitalen Journalismus in Europa: Sie veröffentlicht täglich wenige lange Geschichten, jede als Text und als Audio, und finanziert sich fast vollständig über Mitgliedschaften. Am Publix Thursday „Warum KI die Medienkrise nicht lösen wird: Und was Redaktionen gewinnen, wenn sie es nicht von ihr erwarten" sprechen wir mit ihm. Vorab haben wir ihm ein paar Fragen gestellt.

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